Windkraft in Altenholz

Transparenz, Daten, Verantwortung und der Weg zu einer klugen Entscheidung

Kaum ein Thema bewegt Altenholz derzeit so sehr wie die Frage, ob bei uns Windenergieanlagen entstehen könnten. Rund um den jüngsten Beschluss der Gemeindevertretung am 03.11.2025, ein sogenanntes Bauaufstellungsverfahren einzuleiten, gibt es viele Fragen, viele Meinungen und – verständlicherweise – auch viele Sorgen.

Genau deshalb möchten wir als AWG erklären, was bisher wirklich beschlossen wurde, warum dieser Schritt wichtig ist und welche Chancen und Herausforderungen für Altenholz damit verbunden sind.

Was wurde überhaupt beschlossen?

 Wichtig ist: Die Gemeindevertretung hat keine Entscheidung über den Bau von Windkraftanlagen getroffen. Beschlossen wurde vielmehr der Beginn eines geordneten, transparenten Verfahrens, das erstmals belastbare Antworten auf grundlegende Fragen liefert:

  • Wie weit wären mögliche Anlagen von Wohngebäuden entfernt?
  • Wie laut wären sie tatsächlich?
  • Wie sichtbar wären sie und von wo?
  • Welche Artenschutzaspekte sind zu beachten?
  • Welche technischen Optionen gibt es?
  • Wie wirkt sich das auf Klima, Energieversorgung und Finanzen aus?

All diese Fragen können nur unabhängige Gutachten beantworten.

Bislang gibt es sie nicht.

Genau darum startet dieses Verfahren jetzt.

Warum ist dieser Schritt notwendig?

 

Weil wir als Gemeindevertretung sonst im Blindflug entscheiden würden. Und weil wir wissen, dass Themen wie Sichtbarkeit, Schattenwurf oder Geräusche sich nicht mit Meinungen, sondern nur mit konkreten Daten und fachlicher Prüfung beantworten lassen.

Zudem erleben wir, dass die Landesplanung in den letzten Jahren immer wieder geändert wurde. Mal gehört Altenholz zu den Windpotenzialflächen, mal nicht – trotz eines klaren Votums der Gemeindevertretung zugunsten einer Ausweisung einer Windvorrangfläche.

Wir wollen nicht von wechselnden politischen Entscheidungen auf Landesebene abhängig sein. Wir wollen selbst wissen, was möglich ist und was nicht. Nur so können wir am Ende auch die besten Entscheidungen für die gesamte Gemeinde treffen.

Die Sorgen der direkten Nachbarschaft sind verständlich

Gerade Menschen, die in direkter Nähe zu den möglichen Flächen wohnen, machen sich Sorgen vor Geräuschen, vor Schattenschlag, vor Veränderungen ihres Wohnumfelds. Das nehmen wir selbstverständlich sehr ernst und möchten die möglichen Auswirkungen genauer verstehen.

Gleichzeitig muss man klar sagen: Viele der Informationen bzw. Fragen, die derzeit z.B. über anonyme Flugblätter verbreitet werden, sind einseitig, oft verkürzt oder beruhen auf Annahmen ohne fachliche Grundlage. Weder die Entscheidung, ob Windanlagen gebaut werden, noch die Anzahl möglicher Anlagen, noch ihre konkrete Höhe, noch ihr genauer Standort steht derzeit fest.

Und genau deshalb brauchen wir das Bauaufstellungsverfahren, damit Ängste durch Fakten ersetzt werden können.

Warum das Thema nicht nur die Nachbarschaft, sondern die ganze Gemeinde Altenholz betrifft

Unsere Gemeinde steht vor großen finanziellen Herausforderungen:

  • steigende Kosten für Infrastruktur,
  • sinkende finanzielle Zuweisungen vom Land bzw. dem Kreis,
  • ein immer enger werdender Haushaltsspielraum,
  • Windenergie ist nicht nur ein Klimaschutzthema.

Sie kann bei guter Planung auch eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde werden.

Andere Gemeinden in Schleswig-Holstein profitieren bereits:

  • durch eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde am produzierten Strom,
  • durch erhöhte Gewerbesteuer,
  • und durch erfolgreiche Bürgerbeteiligungsmodelle. 

Die Chancen auf zusätzliche finanzielle Mittel für die Gemeinde sind sehr eingeschränkt, während Investitionen für Straßen, Kitas, Schulen, Feuerwehr, Radwege, Sportstätten etc. steigen. Deshalb ist uns wichtig, dass jede Möglichkeit zur Verbesserung der Gemeindefinanzen ernsthaft geprüft wird.

Eine Gemeinde lebt davon, dass viele unterschiedliche Bedürfnisse miteinander vereinbar sind. Schon heute tragen viele Menschen in Altenholz gewisse Belastungen mit: LKWs am frühen Morgen beim Supermarkt, Verkehr an den Hauptstraßen bzw. der B503, Trubel an Schulen und Sportplätzen oder Geräusche aus Gewerbegebieten. Diese Dinge sind nicht immer bequem, aber sie ermöglichen das Funktionieren unserer gemeinsamen Infrastruktur.

Der Weg zu einer verantwortungsvollen Entscheidung führt für uns über eine nüchterne Abwägung, basierend auf Fakten, nicht Emotionen.

Unser Standpunkt als AWG

Wir haben uns für das Bauaufstellungsverfahren ausgesprochen, weil wir finden:

Die Gemeindevertretung Altenholz sollte die Chance, einen Beitrag zu Klimaschutz, Energieunabhängigkeit und stabileren Gemeindefinanzen zu leisten, zumindest ernsthaft prüfen.

Nicht blind. Nicht überhastet. Nicht über die Köpfe der Menschen hinweg. Sondern mit klaren Daten, guter Planung und einer Entscheidung, die wir am Ende mit Überzeugung vertreten können.

Wie geht es weiter?

Die Einwohnerversammlung im Rathaus am 10. Dezember um 17:30 Uhr wird ein wichtiger erster Schritt  zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sein. Die unabhängigen Gutachten stehen hoffentlich in den kommenden Monaten zur Verfügung. Danach wird erneut diskutiert und zwar offen, transparent und mit allen relevanten Informationen.

Erst dann berät die Gemeindevertretung, ob Altenholz Windenergieanlagen will oder nicht. Es ist also noch gar nichts final entschieden. Aber wir starten jetzt den richtigen Weg:

 

Den Weg zu Wissen statt Spekulation.

Am Ende werden wir abwägen müssen zwischen möglichen Einschränkungen für einzelne Anwohnerinnen und Anwohner auf der einen Seite und auf der anderen Seite den Chancen, die ein solches Projekt für die gesamte Gemeinde bieten kann – für Finanzen, Versorgungssicherheit und Klimaschutz.

 Wir machen uns diese Entscheidung sicher nicht leicht, denn wir wollen das Beste für Altenholz!